„Wir haben Vorbilder gefunden“
Aber junge Menschen erleben auch, dass das gute Zusammenleben in Freundschaften, Beziehungen, einer Familie und in einer Gesellschaft – und das sind die Hoffnungen vieler junger Menschen – nicht so geradlinig verläuft, wie man sich das wünscht. Dann können Vorbilder helfen, die auf ihre Fragen kreative Lösungen finden und trotzdem für sich konsequent bleiben. Solche Vorbilder suchen auch wir bei Credo·Collab. Und ich glaube, wir haben welche gefunden.
Die Fragestellung des Abends lautet: „Wie klingt Glaube heute zwischen Zweifel, Hoffnung und persönlicher Suche?“ Können Sie uns schon eine Antwort darauf geben?
Tobias Aldinger: Für unser Projekt ist zuerst wichtig, dass Glaube klingt. Glaube braucht Resonanzraum – in der Auseinandersetzung mit Anderen und in den Freiräumen, die Kunst und aktuelle Popkultur bietet. Eine erste Antwort aus den eingereichten Songs: Suche und Zweifel gehören fest zum christlichen Glauben dazu – auch als Anstoß, mit dem tieferen Grund in Resonanz zu gehen, der mein Leben trägt.
Sie konnten aus rund 50 Einsendungen aus ganz Deutschland fünf Songs auswählen. Wie bewerten Sie die Resonanz quantitativ und qualitativ? Jan Eisele: Ich bin begeistert von den Einsendungen und ehrlich gesagt froh, dass ich nicht entscheiden musste, wer gewinnt und wer nicht. Mit so vielen Songs hatte ich nicht gerechnet. Noch dazu waren viele Songs, trotz ihrer Unterschiedlichkeit, auf einem sehr hohen Niveau.
„Die spirituelle Tiefe in den Songs beeindruckt“
Besonders hat mich auch die spirituelle Tiefe in den Songs beeindruckt. Viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben die Möglichkeit genutzt, eine kleine Geschichte zu ihrem eingereichten Song zu erzählen, und das war etwas ganz Besonderes. Es ist immer eine Ehre, wenn Menschen von sich und ihrem Leben erzählen, und es war ein großes Geschenk, dass ich dann noch die Songs aus diesen Leben dazu hören durfte.
Üblich ist, dass ein Finale den Abschluss darstellt. Nicht so bei „Credo·Collab“. Was folgt nun?
Tobias Aldinger: Bei unserem Finale werden die Gewinnerinnen und Gewinner des Songcontests bekannt gegeben. Zusammen mit den Künstlerinnen und Künstler von Credo·Collab, die auch beim Finale sind, wird ein Musik-Album entstehen. Mit diesem Album gehen wir auf eine Konzert-Workshop-Tour durch Baden-Württemberg. Bei einem großen Gemeinschaftskonzert 2027 kommen nochmal alle Musikerinnen und Musiker zusammen. Das wird noch ein Höhepunkt des Projekts sein. Also noch mindestens ein Jahr wird es regelmäßig was von Credo·Collab zu hören geben.
Und worauf freuen Sie sich in den nächsten Monaten am meisten?
Jan Eisele: Das große Konzert wird nochmal was ganz Besonderes für mich, aber am meisten freue ich mich auf die Workshops an verschiedenen Orten und wie da Menschen und Musik zusammenkommen. Wenn Menschen sich von Musik berühren lassen und sich dann gemeinsam zu Themen austauschen, entsteht ein besonderer Moment. Ich habe große Lust, diese Orte und Momente mitzuerleben und selbst viel von anderen zu lernen. So kommt für mich auch nochmal zum Ausdruck, wie wir zusammen glauben, in einem Credo·Collab.